»Langer Tag der StadtNatur« 2018

Unter den 495 Veranstaltungen am 16. und 17. 6. 2018 in Berlin widmen sich folgende in besonderem Maße der Gewässerpädagogik:

Schiffstour über den Tegeler See, Reinickendorf, Anmeldung erforderlich
16. 6. 15 + 17 + 19 + 21 Uhr, 17. 6. 9 + 11 + 13 + 15 Uhr, je eineinhalb Stunden

Exkursion zum Naturschutzgebiet Karower Teiche, Weißensee, Anmeldung erforderlich
16. 6. 15-18 Uhr

Wanderung entlang der Panke, Mitte
16. 6. 15-18 Uhr

Moorexkursion zur Krummen Laake, Köpenick
16. 6. 15-17 Uhr

Open-Air-Ausstellung Flussbad, Mitte
16. 6. 15-17 Uhr, 17. 6. 12-17 Uhr

Kanu-Schnuppertour, Zehlendorf, Anmeldung erforderlich
16. 6. 15 + 16:30 + 18 + 19:30 Uhr, 17. 6. 10 + 11:30 + 13 + 14:30 Uhr, je zwei Stunden

Wir beobachten Libellenlarven, Spandau, Anmeldung erforderlich
16. 6. 15 + 16:30 Uhr, je eine Stunde

Zubereitung von Weißfischen, Spandau
16. 6. 16:30-20 Uhr, 17. 6. 10-15 Uhr

Wanderung zum Biotopsee Arkenberge, Pankow
16. 6. 17-18:30 Uhr, 17. 6. 11-12:30 Uhr

Kurzvorträge für Angler, Spandau
16. 6. 17 + 18:30 Uhr, je eine halbe Stunde

Entenführung, Steglitz, Anmeldung erforderlich
16. 6. 17 Uhr, 17. 6. 14 Uhr, je eineinhalb Sunden

Führung zum Natur- und Denkmalschutz im Glienicker Park, Zehlendorf, Anmeldung erforderlich
16. 6. 17:15 Uhr, 17. 6. 15 Uhr, je zwei Stunden

Amphibien und Vögel an der Karower Laake, Weißensee
16. 6. 16 (Amphilien) + 17:30 (im Eisvogelrevier) + 18 (Amphibien) + 19 (im Eisvogelrevier) + 20 (Teichbewohner abends) Uhr, je eine Stunde

Amphibien im Park Glienicke, Zehlendorf, Anmeldung erforderlich
16. 6. 19:30-21:30 Uhr

Wiederbelebung von Mooren im Wuhletal, Hellerdorf
17. 6. 9:30-12 Uhr

Entdeckungen im und am Alten Wasserwerk, Köpenick
17. 6. 10-17 Uhr, Infos für Erwachsene und Geschichten für Kinder, Museumsführungen dabei 10 + 11 + 12 + 13 + 14 + 15 + 16 Uhr

Mit dem Mannschaftscanadier zur Spandauer Zitadelle, Spandau, Anmeldung erforderlich
17. 6. 11 + 12 + 14 + 15 + 16 Uhr, je eine Stunde

Führung zur Aquaponikanlage und Aquarienhalle, Köpenick
17. 6. 11 + 12 + 13 + 14 Uhr, je eine Stunde

Mein Leben als Fisch, Spandau
17. 6. 11 + 14 Uhr, je eineinhalb Stunden

Besuch im Freilandlabor, Zehlendorf
17. 6. 12-17 Uhr

Naturkundliche Führung um den Schäfersee, Reinickendorf
17. 6. 13-14 Uhr

Führungen im historischen Wasserwerk Grunewald, Wilmersdorf
17. 6. 14-17 Uhr

Teichbewohner am Schleipfuhl, Hellersdorf
17. 6. 14:30-17 Uhr

Kampagne zum Schutz der Balkanflüsse

Mostar, rekonstruierte Türkenbrücke über die Neretva
Mostar, rekonstruierte Türkenbrücke über die Neretva

Save the Blue Heart of Europe ist die erste Umweltkampagne von Patagonia aus Kalifornien, einem der ökologisch konsequenteren Outdoor-Ausrüster, die sich um Europas Umwelt kümmert. Man will

  • Flusslandschaften vor geplanten Wasserkraftwerken schützen, denn der Balkan hat bisher einige der letzten natürlichen Flussläufe Europas bewahrt.
  • internationale Banken auffordern, Investitionen in die Zerstörung zu stoppen.

Erinnerung an George Harrisons Filmkomödie »Water«

Morgen am 25. 2. ist der 75. Geburtstag des Ex-Beatles George Harrison (1943-2001). Unter anderem finanzierte und produzierte er die Filmkomödie »Water« (1985).
Die fiktive britische Kolonie Cascara (Drehort war die karibische Stadt Soufrière) wird unabhängig. Verwicklungen dabei sind mit einer Quelle verbunden. In einer aus heutiger Sicht eher naiven Art (so ignorant und brutal hatte man sich die absehbare Globalisierung wohl nicht vorgestellt) kommt auf allen Ebenen ein Happy End zustande.
Die im Film gegen Ende sieben Minuten lang auftretende Singing Rebel’s Band besteht neben Harrison aus: Ringo Starr, Eric Clapton, Ray Cooper, Jon Lord, Mike Moran und Chris Stainton.

Plastik und Mikroplastik im Wasser

Beim Thema Verpackungsmüll hinkt auch Deutschland den Erfordernissen der Zeit hinterher. In fast schon lächerlicher Weise ist die öffentliche Meinung stolz auf die Mülltrennung. Der Müllanfall pro Kopf und die von Nachhaltigkeit noch weit entfernte Recycling-Quote werden weniger thematisiert. Ein EU-Verbot von Plastikpartikeln in Kosmetika wäre außerdem sinnvoll.

Für das Jugendforschungsschiff am Tegeler See sammelt der pensionierte Lehrer Frank Kreuzmann Informationen besonders zu Plastik und Mikroplastik im Wasser. Ergänzend jetzt einige ausgewählte Links über diese Problematik.

Programm Fortbildungs-Jahrestreffen »Berlin im Fluss« 2018

Hier erhalten Sie jetzt per Klick (PDF, 714 KB) das vollständige Programm des Fortbildungs-Jahrestreffens 2018 des Gewässerpädagogischen Netzwerks Berlin am 26. 4. (Do) am Tegeler See. Diese Tagung bietet wieder ein breites Spektrum an Vorträgen und Workshops zu den Themen Gewässerökologie und Nachhaltigkeit. Besonderer Dank für die Organisation an Dr. Uwe Schneider, Harry Funk, Claudia Büchner, den Flyer gestaltete Ana Stoeckermann.

Berlin, Greenwichpromenade
Berlin, Greenwichpromenade

Zufällig genau ein Jahr vor dem Termin wurde dieses Foto der Tulpenwiese an der Tegeler Uferpromenade aufgenommen. Hoffen wir auf ähnliches Wetter in diesem Jahr. Wir freuen uns auf einen inspirierenden Tag am See. Anmeldungen bitte bis zum 16. 4. mit Namen und Angabe der Schule/Institution an harry.funk@senbjf.berlin.de

Buch: Kampf für flächendeckenden Gewässerschutz

Rafael Ziegler
Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen
Innovation aus Bürgerhand für eine demokratisch-ökologische Wasserwirtschaft
136 Seiten, oekom verlag, ISBN 978-3962380274

Kampf für flächendeckenden Gewässerschutz
Rezension von Christa Hecht

Der flächendeckende Gewässerschutz, die Erhaltung der eigenen Brunnen und kommunalen Versorgungen, der Kampf gegen Fernwasseranschlüsse und für Pflanzenkläranlagen, die Probleme selbst vor Ort lösen, das ist das Credo der Interessengemeinschaft Kommunaler Trinkwasserversorgung in Bayern – kurz IKT genannt. Der Philosoph Rafael Ziegler beschreibt in seinem soeben erschienen Büchlein wie er 2015 für die Recherche zu einem europaweiten Forschungsprojekt (CrESSI – Creating Economic Space for Social Innovation, Nummer 613261) ins Hafenlohrtal im Spessart gekommen ist und sich für ihn eine neue Welt von bürgerschaftlichem Engagement und sozialen Bewegungen im Umgang mit dem Gemeingut Wasser aufgetan hat. Anhand von Fallstudien wird die Geschichte des mittlerweile über 30-jährigen Netzwerkes IKT aufgefächert. Die reicht vom Kampf im Hafenlohrtal gegen eine Talsperre und für den Erhalt einer gewachsenen Kulturlandschaft als Heimat, über die Zusammenarbeit der IKT mit der Stadt und den Stadtwerken Würzburg und der Entwicklung eines ökologisch ausgerichteten Managements in Wassereinzugsgebieten mit Dünge- und Humusbilanzen bis hin zu Beispielen für Wirtschaftlichkeitsüberprüfungen von Planungen für kostspielige Kanalisationen und Kläranlagen, bis zum Betrieb von Pflanzenkläranlagen in eigener Verantwortung der Anwohner und bis zu Humustoiletten.

Ortsnamen wie Pottenstein, Margethöchheim, Rabelsdorf, Steinernkreuz finden sich schon im Inhaltsverzeichnis. Auf einer Landkarte ist die bayernweite Verteilung der IKT-Initiativen mit 197 Stellen zu finden. Anschaulich und erfrischend lebendig werden die Kämpfe, die Hintergründe und die Entwicklungen dieser Bewegungen herausgearbeitet. Die handelnden Personen vom Allzeitvorsitzenden Sebastian Schönauer, Brigitte Muth von Hinten, Hermann Hugel, Jano Soos-Schupfner, Gunter Zepter, Marion Geyer – um nur einige zu nennen – werden in ihren Rollen und mit ihren Beweggründen charakterisiert. Der Werdegang eines Mitbegründers von einer örtlichen Initiative über Gemeinderat, Bürgermeister bis zum heutigen Landrat wird veranschaulicht. Mit den Beispielen hat das Buch unschätzbaren dokumentarischen Wert und setzt den Menschen in diesem Netzwerk ein bleibendes Denkmal.

Als Wissenschaftler gelingt es Ziegler jedoch auch, die Kämpfe der »bayerischen Sturköpfe« in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Die Studie, die der Anlass für die Exkursionen in Deutschlands Süden war, beschäftigte sich mit sozialen Bewegungen und Innovation. Die Theorien dahinter und die Forschung werden vom Autor sehr verständlich eingebunden. Geologie, Naturwissenschaft und die Geschichte der wissenschaftlich-technischen Entwicklung, mit Schlenks zu den Römern und nach China, werden in der für ein ganzheitliches Verständnis des Umganges mit Wasser gebotenen Tiefe gestreift.

Das Streben der Akteure in der IKT nach Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Problemlösungskompetenz und Wissensvermehrung hat seine Wurzeln in Traditionsbewusstsein, Heimat- und Naturverbundenheit, das wird im Buch deutlich. Mit den immer wieder in den Auseinandersetzungen formulierten Alternativen zu vermeintlich zementierten Machtverhältnissen in Technik, Wirtschaft, Kultur und Umwelt gelingt der Übergang zur Modernität, ja zu demokratischem oder emanzipatorischem Experimentalismus wie Ziegler weiter folgert. Er zeigt im Schlussteil allerdings auch auf, dass Gefahren drohen, wenn es nicht gelingt, neue Akteure heranzuziehen und er macht Vorschläge wie von staatlicher Seite soziale Innovationen gefördert werden könnten.

Ein rundum gelungenes Werk über einen wichtigen Teil der Wasserpolitik in Bayern, über bürgerschaftliches Engagement in Bayern, über Bayern! Bezogen auf Artikel 141 der Bayerischen Verfassung »Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen« betont die IKT seit ihrer Gründung, dass sie das »Recht der Enkel auf eine gesunde und eigene Trinkwasserversorgung« erhalten will. Ich hoffe, dass ihr das auch künftig gelingt.

Allen, die sich mit kommunaler Selbstverwaltung, mit sozialen Bewegungen und Wasser beschäftigen, möchte ich diese Lektüre wärmstens empfehlen.